background
Logo Wanek Motorsport

01.NOV

Rückblick Saison 2010

Die Saison begann am 25. April auf meiner Lieblingsstrecke am Rechberg. Bei gutem Wetter entwickelte sich das Rennen, auch Dank der rund 20.000 Zuschauer, zu einer Top-Veranstaltung. In der Gruppe N gingen sechs weitere EVOS und ein Subaru an den Start. Ich konnte dort gleich den Gruppe N Streckenrekord um eine Sekunde nach unten schrauben und gewann die Konkurrenz mit 3,4 Sekunden Vorsprung auf den Lokalmatador Didi Holzer.

Als 2. Lauf der EBM stand am 9. Mai das Bergrennen Serra da Estrela in Portugal auf dem Programm. Eine schöne anspruchsvolle Strecke, beginnend am Ortsrand von Covilha und steil in das 2000m hohe Estrela-Gebirge führend. Leider konnten in den EBM-Tourenwagengruppen (auch in meiner sonst starken Gruppe N) nicht die für volle Punkte notwendigen 5 Teilnehmer erreicht werden, woraufhin ich beschloß, dieses über 2000 km entfernte Rennen auszulassen. In der folgenden Woche ging es dann mit einer 1750 Km langen Anreise ins nordspanische Asturien zum 3. Saisonrennen nach Al Fito.

Al Fito, Spanien

In Arriondas, dem Startort von Al Fito überfiel uns kaltes Regenwetter, mal mehr mal weniger Regen. Die Strecke bin ich nur einmal in 2001 gefahren, als ich die EBM-Saison mit dem 3. Platz beendete. Die Strecke liegt mir jedoch nicht besonders. Am Samstag erfolgten 2 Trainings- und 1 Rennlauf, am Sonntag das Gleiche nocheinmal. Die Spanier haben hier 2 getrennte Rennen, die für die EBM addiert werden. Am Samstag war die Hälfte der Strecke trocken, die andere Hälfte total nass. Am Samstag lagen 3 spanische EVO 9 mit Intermediates vorn, dann ich als 4. mit Regenreifen und dann Fernandez mit Slicks an fünfter Stelle. Am Sonntag war die Strecke dann weitgehend abgetrocknet, bis auf ein paar überraschende Stellen wo das Wasser immer noch aus dem Wald über die Strecke lief. Am Sonntag war ich mit Slicks unterwegs. Leider erreichte ich wieder nur Platz 4, so dass ich auch in der Addition Rang 4 von 9 Teilnehmern erreichte.

Sternberk, Tschechische Republik

Drei Wochen später ging es dann nach Sternberk zum ecce homo. Das ist eine 7,8 km lange abwechslungsreiche und anspruchsvolle Strecke, die ich gerne fahre, und mit drei über 200 km/h schnellen Passagen gut auf meinen EVO 9 zugeschnitten ist. Mit über 8 Sekunden Vorsprung nach 2 Rennläufen auf Jiri Los im Subaru war dies ein eindeutiger Sieg für mich.

Trier

Eine Woche später ging es zum Trierer Bergrennen, diesmal nur 280 km Anfahrt. Hier hatte sich überaschend der spanische Bergmeister Jose Fernandez als stärkster Konkurrent angesagt. Im 1. Lauf hatte ich nur 1,7 Sekunden Vorsprung, die ich aber in den beiden folgenden Läufen auf insgesamt rund 7 Sekunden ausbauen konnte.

Das Hinterachsdifferential des EVOs machte immer mehr Probleme, die Sperrlamellen hatten sich schon in das Gehäuse an den Kraftübertragungszapfen eingearbeitet und das im Mai bestellte verstärkte homologierte Differential war aufgrund des Schließens der Fa. Ralliart in Japan immer noch nicht lieferbar. Deshalb entschloss ich mich, das nächste Rennen in Trento Bondone abzusagen. Die über 17 km lange und mit vielen Kehren gespickte Strecke bei 1000 m Höhenunterschied hätte eine extreme Belastung für das Hinterachdifferential bedeutet. 

Rieti

Aus beruflichen Gründen konnte ich das Rennen in Rieti nicht fahren, so dass damit das eine mögliche Streichresultat zu Buche stand. Dies bedeutete, alle verbleibenden Rennen in der 2. Saisonhälfte zu fahren.

Slovakei

Im Juli ging es in die Slovakei zum Baba Bergrennen. Hier war erwartungsgemäß der Lokalmatador und Europameister von 2007 Peter Jurena kaum zu bezwingen. Im 1. Lauf war ich 1 Sekunde langsamer. Die Entscheidung fiel im 2. Lauf auf absolut nasser Strecke. Hier sah ich nach 2 km einem für mich ganz neuem Problem entgegen: eine total beschlagende Frontscheibe. Trotz sofortiger Lüftungsumstellung wurde die Frontscheibe erst nach der Zieldurchfahrt wieder klar. Umso mehr habe ich mich über den 2. Platz gefreut.

Danach ereilte uns die gesundheitliche Hiobsbotschaft von Christian Schweiger, dem zur Zeit EBM-Führenden, der seine Saison abbrechen musste. Es mischte die Karten neu, nahm aber auch meinem Verfolger Achim Kreim seine stärkste Gruppe A Konkurrenz in der EBM.

Beim Lauf am Mont Dore Anfang August konnte ich dann die EBM Führung mit einem Sieg wieder übernehmen.

St. Ursanne, Schweiz

Eine Woche später ging es in die Schweiz nach St. Ursanne. Da für diese ultraschnelle Strecke ein absolutes Regenwochenende vorrausgesagt wurde, tauschte ich meine alten gebrauchten Regenreifen aus Sicherheitsgründen gegen einen Satz Neue. Aber es kam noch schlimmer. Durch den anhaltenden Starkregen von Samstag auf Sonntag wurden aus Rinnsälen wahre Bäche. Ganz früh am Sonntag fuhr ich die Strecke mit meinem Zugfahrzeug hinauf und erkannte vier Stellen wo das Wasser regelrecht vom Berg aus über die Straße lief und Aquaplaninggefahr drohte. Deshalb fuhr ich den 1. Lauf morgens, obwohl der Regen nachgelassen hatte, an diesen Stellen nicht auf 100% Angriff und gab mich mit dem 2. Platz hinter dem Schweizer Toni Bühler zufrieden. Nach dem sehr tragischen tödlichen Unfall von Lionel Regal wurde das Rennen abgebrochen. Mit nun 15,5 Punkten Vorsprung ging es zu den beiden letzten Rennen dieser Saison. Die Strecken in Slowenien und Kroatien bin ich vorher noch nie gefahren.

Slowenien

Ende August in Slowenien musste ich mich bei starker einheimischer Konkurrenz mit einem 2. Platz zufriedengeben, aber es galt, wichtige Punkte mitzunehmen und auf gar keinen Fall auszufallen.

Die Entscheidung in Kroatien

Beim letzten Lauf in Kroatien stieg dann die Spannung auf den Siedepunkt. Nach starken Regenfällen konnte das Training am Samstag erst ab 14 Uhr starten. Auch am Sonntag regnete es wieder und erst eine halbe Stunde vor unserem Start stoppte der Regen. Ich mußte als Erster auf die abtrocknende Strecke gehen und hatte mit Regenreifen verwachst. Meine Konkurrenz startete mit Intermediates auf der immer weiter abtrocknenden Strecke. Nur der 5. Platz nach Lauf 1 bedeutete den Verlust der EBM Führung. Im 2. Lauf war die Strecke dann trocken und mit dem 2. Platz sicherte ich mir den Europameister-Titel.